28.01.2020

Lausitzer Energiefachtagung 2020

Wasserstoff wird zum Treiber des Strukturwandels in der Lausitz. Wie die großtechnische Umsetzung von Wasserstofferzeugung und -nutzung in der Lausitz zum Erfolg werden kann, das diskutierten rund 350 Teilnehmer auch mit Partnern aus Polen und Tschechien auf der Lausitzer Energiefachtagung am 27.01.2020 auf dem DEKRA Lausitzring in Schipkau.

Wir danken allen Mitwirkenden und Besuchern ganz herzlich für ihre Beiträge zu einer gelungenen Veranstaltung. Nachfolgend finden Sie die Veranstaltungsdokumentation und Präsentationen zum Download.

Vorstellung der Studienergebnisse „Potenziale und Perspektiven einer Wasserstoffwirtschaft in der Lausitz“ des Fraunhofer IWU:

Im Auftrag der Wirtschaftsregion Lausitz hat das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU untersucht, in welchem Maße aus erneuerbarem Strom gewonnener, sogenannter grüner Wasserstoff fossile Energieträger in der Lausitz ersetzen kann. Das Ergebnis: Wasserstoff bietet die Möglichkeit, den Energiebedarf in der Lausitz bereits bis 2030 signifikant zu dekarbonisieren. Während in den Bereichen Gebäude und Industrie Wasserstoff sukzessive fossiles Erdgas ersetzen kann, bieten sich im Verkehrssektor zahlreiche Optionen, wie z. B. Wasserstoff-Brennstoffzellenantriebe oder synthetische Kraftstoffe für Verbrennungsmotoren an. Für das Jahr 2030 geht die Studie u. a. von einem Anteil von 5 % Brennstoffzellen-PKW, 32,5 % Brennstoffzellen-Bussen und einem 20%-Anteil Wasserstoff im Erdgasnetz aus. Um diese Bedarfspotentiale von ca. 160.000 t p.a. 2030 zu erreichen, wäre eine Elektrolyseleistung von über 1.000 MW erforderlich.

>> Präsentation der Studienergebnisse: Dr. Sebastian Schmidt, Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU

Politische Erwägungen zur Wasserstoffwirtschaft:


"Der Aufbau einer sächsischen Wasserstoffwirtschaft entlang der gesamten Wertschöpfungskette ist unser erklärtes Ziel. Wasserstoff ist nicht nur ein entscheidender Baustein der Energiewende, er birgt auch die Chance, den Strukturwandel positiv zu befördern und Sachsen zu  einer Energieregion der Zukunft weiterzuentwickeln."

Wolfram Günther,
Staatsminister für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft des Freistaates Sachsen


"Wir brauchen schnell einen Markt für erneuerbaren Wasserstoff. Dies muss von den Bundesländern gemeinsam vorangetrieben werden. Eine Änderung des regulatorischen Rahmens muss zwingend Teil der nationalen Wasserstoffstrategie sein."

Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach
Minister für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg


"Deutschland hat die Chance, im internationalen Wettbewerb eine Vorreiterrolle bei der Entwicklung und dem Export von Wasserstoff- und Power-to-X-Technologien sowie -Systemlösungen einzunehmen."

Elisabeth Winkelmeier-Becker
Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie

Wasserstoff in der Industrie:

Im Themenblock I wurden konkrete Anwendungsfälle in der Industrie vorgestellt: synthetisches Kerosin für die Luftfahrtindustrie, Wasserstoff als Alternative bei der Stahlherstellung und die Wasserstoffprojekte der LEAG.

Wasserstoff und Vernetzung:

Im Themenblock II informierten die Referenten über Förderprogramme des Bundes sowie über verschiedene brandenburgische und sächsische Netzwerke und Cluster und deren Erfahrungen aus der Projektentwicklung.

Pitching-Session: Wasserstoff-Ansätze aus der Praxis

Berichtet wurde auch über Wasserstoffansätze aus der Praxis u. a. bei Cottbusverkehr, bei der Wankel SuperTec GmbH zum wasserstoffgesteuerten Wankelmotor oder des Referenzkraftwerks Lausitz.

Podiumsdiskussion: Städte als Pioniere der Wasserstoffwirtschaft

Wie Städte zu Pionieren in der Wasserstoffwirtschaft werden können, wurde in einer Podiumsdiskussion unter den folgenden Teilnehmern diskutiert:

  • Christine Herntier, Bürgermeisterin Stadt Spremberg

  • Miloš Soukup, Analyst der RE:START Strategie, Tschechien

  • Dariusz Lesicki, Stellvertretender President der Stadt Zielona Gora

  • Christoph Scholze, Zukunftsstadt Görlitz/Zgorzelec 2030

  • Fred Mahro, Bürgermeister der Stadt Guben

  • Harald Altekrüger, Landrat, Landkreis Spree-Neiße

Fotodokumentation

 
 

Die vollständige Fotodokumentation zur Veranstaltung können Sie sich unter diesem Link downloaden.
Fotorechte: IHK Cottbus, Fotografin: Christina Gaudlitz